Das mit Spannung erwartete Duell zwischen dem DJK-SV Wasseralfingen und dem FV Viktoria Wasseralfingen bot alles, was das Fußballherz begehrt und manchmal auch fürchtet: Tore, ein paar strittige Szenen, eine schwere Verletzung, einen Kollaps am Spielfeldrand und einen Schiedsrichter, der fleißig Karten verteilte. Am Ende stand ein 2:2, das sich für beide Seiten wie eine Mischung aus gewonnenem Punkt und verpasster Chance anfühlte.
Verhaltene erste Halbzeit
Die ersten 15 Minuten waren das, was man im Fußballjargon als klassisches „Abtasten“ bezeichnet. Keiner wollte den ersten Fehler machen und es fehlte noch an der letzten Entschlossenheit. Doch in der 19. Minute war es mit der Ruhe vorbei: Ein direkter Freistoß des FVV aus gut 20 Metern knallte an die Latte des DJK-SV-Gehäuses. Den Abpraller schnappte sich Tyron Scherer und beförderte den Ball zum 0:1 ins Netz. Kurze Aufregung im Lager der Heimmannschaft – ob da wohl ein blauer Arm im Spiel war? Schiedsrichter Andreas Winter klärte die Szene souverän im direkten Gespräch mit den Spielern und gab den Treffer.
Bis zur Halbzeitpause entwickelte sich ein ausgeglichenes Spiel mit ansehnlichen Spielzügen auf beiden Seiten, das die Zuschauer auf mehr hoffen ließ.
Zweite Halbzeit: Mehr Schärfe, mehr Kampfgeist, bunte Karten und zwei Notrufe
Nach dem Wiederanpfiff nahm die Partie sofort an Fahrt auf. In der 48. Minute verhinderte DJK-SV-Keeper Ilyas Yilmaz mit einer sensationellen Parade gegen einen allein anstürmenden FVV-Spieler das 0:2. Nur zwei Minuten später dann der Schockmoment: Nach einem unglücklichen Sturz bei einem Zweikampf blieb Enes Halilovic vom DJK-SV mit schmerzverzerrtem Gesicht liegen. Die Diagnose, die später eintreffen sollte, war niederschmetternd: Schlüsselbeinbruch, Operation erforderlich. Wie schon im → Hinspiel musste ein Rettungswagen anrücken – eine traurige Parallele, die niemand gebraucht hätte.
Nach siebenminütiger Unterbrechung wurde das Spiel fortgesetzt, doch die neu gewonnene Schärfe blieb. Zwischen der 57. und 60. Minute schien Schiedsrichter Winter eine besondere Vorliebe für die Farbe Gelb zu entwickeln und startete eine kleine Kartensammel-Challenge, bei der beide Teams mit je zwei Verwarnungen fair bedacht wurden. In der 65. Minute führte ein Foul von DJK-SV-Torhüter Yilmaz im Strafraum dann zu einem Elfmeter für die Gäste. Justin Karhan ließ sich nicht zweimal bitten und verwandelte für den FVV zum 0:2.
Wer dachte, das sei die Vorentscheidung, kennt den DJK-SV schlecht. Nur drei Minuten später sahen 40 Co-Schiedsrichter im Fanlager des DJK-SV ein klares Foul im Strafraum des FVV, doch der Unparteiische sah es anders und verortete das Geschehen außerhalb. Der folgende Freistoß verpuffte. In der 71. Minute zappelte der Ball dann aber doch im Netz: Aras Nazir Shamo schloss eine schöne Kombination zum 1:2-Anschlusstreffer ab.
Während auf dem Rasen wieder Hoffnung keimte, spielten sich am Rand weitere dramatische Szenen ab. Ein Zuschauer kollabierte und benötigte ebenfalls medizinische Hilfe, was den Einsatz eines zweiten Rettungswagens und des Einsatzleiters des Malteser Hilfsdienstes zur Folge hatte.
Davon unbeeindruckt, drückte der DJK-SV weiter. In der 74. Minute kam Felix Schwab im Strafraum zu Fall. Wieder ein Aufschrei, wieder die Entscheidung: „nur“ Freistoß. Für allgemeines Gelächter sorgte dann aber die kuriose Entscheidung des Schiedsrichters, den Ball exakt auf der Sechzehnerlinie zu platzieren. Der clever ausgeführte Freistoß fand dennoch nicht den Weg ins Tor.
Eine Schlussphase, die es in sich hatte
Die letzten Minuten wurden noch einmal dramatisch. Nach einer weiteren Gelben Karte für den FVV (86.) kam es in der 89. Minute zu einer kleinen Eskalation: FVV-Torwart Fabian Aichele ließ sich zu einer Tätlichkeit hinreißen und sah folgerichtig die Rote Karte. Der angegangene DJK-SV-Spieler, der sich bei dieser Aktion zur Wehr setzte, kam glücklicherweise mit Gelb davon. Den fälligen Strafstoß für den DJK-SV verwandelte Tarik Özdemir sicher zum 2:2-Ausgleich. Im Tor stand dabei übrigens Feldspieler und Torschütze des 0:1 Tyron Scherer, der für die letzten Minuten einspringen musste. In der sechsten Minute der Nachspielzeit verhinderte dann das Aluminium den „Lucky Punch“ für den DJK-SV, als ein letzter Freistoß an den Pfosten klatschte. Kurz darauf war Schluss.
Ein großes Dankeschön geht an beide Mannschaften für ein trotz der zu erwartenden Härte letztlich faires Spiel. Die wichtigsten Wünsche gehen aber an Enes Halilovic und den unbekannten Zuschauer: Wir senden beste Genesungswünsche und hoffen auf eine schnelle und vollständige Genesung.
– Vorstandschaft, Trainer und Abteilungsleiter des DJK-SV Wasseralfingen, 15.03.2026